Freitag, 11. April 2014

Schilfhecke....

Immer wieder finde ich bei den Suchanfragen, die zu meinem Blog führten, den Suchbegriff "Schilfhecke". An dieser Stelle möchte ich Euch ein paar Tipps zu diesem Thema geben und vielleicht die Entscheidung, ob eine Schilfhecke eine gute Idee ist, etwas erleichtern.

Wir haben an der "Rückseite" unseres Grundstückes eine solche Hecke. Sie grenzt nur an einen anderen Garten, nicht zur Straße. Daher ist ein Sichtschutz nicht so wichtig, im Sommer aber durchaus erwünscht, auch von Seiten der Nachbarn, die hinter unserem Garten direkt einen Pool haben.



Zu der Schilfhecke kamen wir eher durch Zufall. Wir bekamen diverse Schilfpflanzen geschenkt, mehr als wir an unsere Teiche pflanzen konnte, zumal sich Schilf sehr rasch vermehrt, indem es Ausläufer bildet.

Als wir vor einigen Jahren unseren Garten umgestaltet haben, haben wir vor den Zaun jede Menge Schilf gepflanzt. Es waren, vor ca. 6 Jahren, ungefähr 10 größere Pflanzen Schilf, die binnen eines Jahres zu einer kompakten Hecke zusammengewachsen sind.

Eine Schilfhecke wächst enorm schnell. Im Frühling ist noch alles kahl, aber wenn das Wachstum erst einmal losgeht, hat man spätestens im Juni/Juli eine grüne Wand. Absolut blickdickt und mit schönem raschelnden Sound an leicht windigen Sommerabenden.

So gesehen hat diese Art der Hecke einige klare Vorteile:
  • sie wächst sehr schnell und wird rasch dicht
  • man muss sie im Verlauf des Jahres nicht schneiden
  • sie sieht schön aus
  • sie raschelt toll im Wind
  • ggf. gibt es ein paar hübsche Blütenstände, die man für Trockensträuße verwenden kann

Die Nachteile zeigen sich dann im Herbst und Winter. Eine Schilfhecke ist nicht winterhart, zumindest ihre oberirdischen Teile nicht. Unweiglicherlich hat man es bald mit MASSEN von braunen, großen Gräserhalmen zu tun. Bei uns ist es jedes Jahr ein richtiger Haufen an Grasverschnitt. Die Gräser sollte man auch spätestens im Frühjahr abschneiden. Man kann sie aber auch bereits im Herbst verschneiden. Wir schneiden sie im Oktober/November immer etwa auf die Hälfte herunter, um die Arbeitsaufwand im Frühjahr etwas zu minimieren. Manchmal heißt es, man soll Gräser nicht abschneiden, da sie dann den Winter nicht überstehen. In Punkto Schilf haben wir diesbezüglich noch nie Probleme gehabt (bei Lampenputzergras dagegen schon!).
Die braunen Halme verrotten sehr langsam und wir werfen sie daher nicht auf den Kompost, sondern in den Biomüll. Es sind jedes Jahr mehrere Mülltonnen voll Gräser-Abfall bei einer Heckenlänge von etwa 10 Metern.

Hinzu kommt, dass das Schilf ja eben Ausläufer bildet. Bei uns wachsen inzwischen Schilfpflanzen im Rasen. Und das, obwohl der Schilfheckenbereich durch Rasenkantensteine abgetrennt ist, aber die Wurzeln wandern da drunter durch. Sie wandern auch unter Zäunen durch. Nicht jeder Nachbar wird also begeistert sein von einer solchen Hecke.

Im Überblick:
  • unheimlich viel Müll im Herbst/Frühjahr
  • Ausläufer


Falls jemand Ausläufer haben möchte, um sich eine Schilfhecke zu pflanzen, bitte einfach melden...

Kommentare:

  1. Gut, dass wir nicht auch noch auf diese Idee mit der Hecke gekommen sind ;-) Schilf im Teich ist schon genug Unkraut-Horror …
    Mir graut schon davor den etwa 15 Jahre alten Bambus am Teich auszubuddeln. Der hat nämlich keine Wuzelsperre. Damals hatte ich an so etwas leider noch nicht gedacht :-(
    LG Silke

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    1. Oh je...Bambus auszugraben ist bestimmt genau so ein Spaß :-( Ich habe vor kurzem geschafft, einen Rhizinusbaum zu roden, so dass er nicht mehr zurück kommt (hoffe ich)...War auch sehr schwer.

      LG
      Amélie

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  2. Hallo, haben mit Begeisterung Ihren Bericht zur Schilfhecke gelesen. Da auch wir eine 10m Wand in entsprechender Höhe als Sichtschutz anstreben, wären wir an Ausläufern Ihrer Hecke sehr interessiert. Wie können wir denn Kontakt miteinander aufnehmen? Meine E-mail Adresse: m.schwarzenboeck@freenet.de

    Herzlichen Dank & einen schönen Abend M.Schwarzenböck

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